Herbstlich

Die Mauersegler sind schon lan­ge ver­schwun­den, statt­des­sen sind im Morgennebel die ers­ten Krähenschwärme zu sehen. Es ist also an der Zeit, die Herbstprojekte wie­der hervorzukramen.

Die Jacke „Marsa Alam" von Isabell Kraemer hat­te ich schon im März begon­nen, aber weit war ich damit nicht gekom­men. Nun habe ich sie in einem Zuge fer­tig gestrickt. Ich bin sehr erfreut über das Ergebnis.

Gestrickt aus Jamieson & Smith Shetland Heritage Naturals (100% Shetland - 115 m/25 g - 140 g weiß und 90 g hell­grau) mit Nadel Nr. 3

Weil die von mir gewähl­te Wolle dün­ner ist als das Originalgarn, habe ich Größe XXL gestrickt, um S/M zu erhal­ten. Ich habe mich genau an die gut ver­ständlci­he Anleitung gehal­ten, nur die Ärmel verlängert.

Shetland Heritage Naturals ist eine Replik der ursprüng­li­chen, hand­ge­spon­ne­nen Shetlandwolle. In Zusammenarbeit mit dem Shetland Museum wur­den alte Kleidungsstücke unter­sucht, um ein Kammgarn her­zu­stel­len, das der bereits im 19. Jahrhundert ver­wen­de­ten Wolle ent­spricht. Es ist etwas fei­ner, wei­cher und glat­ter, als das jetzt übli­cher­wei­se für Jacquard-Stricken ver­wen­de­te 4-fädi­ge Garn. Es gibt 12 far­bi­ge bzw. gebleich­te und 6 unge­färb­te Töne.
Ich habe mich für unge­färb­tes weiß und hell­grau ent­schie­den. Die Herkunft der Wolle kann man schon deut­lich rie­chen. Zuerst ist sie auch etwas krat­zig und das Strickbild ungleich­mä­ßig. Aber all das ver­fliegt ist mit der ers­ten Wäsche. Die Jacke ist sehr ange­nehm zu tragen.

Hier waren wir letz­ten Sonntag nach dem Regen zum Gohrisch unter­wegs. Anfangs war es noch recht nebelig.

Aber schon auf dem Gipfel konn­ten wir die ers­ten Sonnenstrahlen genießen.

Ich mag die­se Minifelsen mit ihren uralten in Stein gehaue­nen und inzwi­schen schief­ge­tre­te­nen Treppen, mit den schma­len Gängen zwi­schen den Steinen und den heu­te uner­reich­ba­ren Geländern sehr.

Nachher hat­ten wir auf dem benach­bar­ten Papststein nach einen son­ni­gen Abend mit lecke­rem Essen …

und einem schö­nen Sonnenuntergang zum Ausklang.

Nochmal recy­cel­tes Leinen

Von Lana Grossa gibt es mit „Solo Lino" auch ein Garn aus 80% recy­cel­ten und 20% rei­nen Leinen. Die Lauflänge unter­schei­det sich mit 120 m/50 g nicht so sehr vom Linodoro, aber der Preis ist etwas gerin­ger. Deshalb woll­te ich die­ses Garn auch mal ausprobieren.

Gestrickt habe ich dar­aus das Shirt „Summer" von ankestrick (Nadeln Nr. 3 und 3,5 - 300 g Farbe 6 und 5 g Farbe 1)

Das Shirt trägt sich sehr ange­nehm. Es hat einen schö­nen Schnitt und ein hüb­sches klei­nes Detail an den Bündchen. Mit einer Kontrastfarbe wird ein Rand in Doppelstricktechnik gear­bei­tet, wobei die zwei­te Farbe nur ein ganz klein wenig hervorlugt.

Die dop­pel­ten Bündchen müss­ten eigent­lich beson­ders form­hal­tend wir­ken, aber das Garn ist nach dem Waschen und beim Tragen noch sehr gewach­sen. Beim Abketten des unte­ren Bündchens dach­te ich noch, dass ich das gleich wie­der auf­tren­nen kann, weil es viel zu eng ist. Zum Glück war ich dazu zu faul. Jetzt fällt es doch sehr locker und der Halsausschnitt kann sich fast zu dem von dem grau­en Leinenpulli gesel­len (und auf das Umhäkeln warten).
Trotzdem wür­de ich das Garn wie­der ver­stri­cken. Ich könn­te ja die Maschenprobe nun vom ein­ge­tra­ge­nen Stück abmes­sen - oder ich ver­su­che es mit einer klei­ne­ren Nadel, aber erst im nächs­ten Sommer.

Die Fotos sind bei einem Ausflug zur Burg Stolpen ent­stan­den. Die Burg beher­bergt eine inter­es­san­te Ausstellung mit vie­len geschicht­li­chen und geo­lo­gi­schen Details. Man kann in vie­le Keller und auf eini­ge Türme steigen.