Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Das Museum beherbergt so viele verschiedene, interessante Sammlungen, dass man den ganzen Tag darin verweilen könnte. Uns hatte die Ausstellung „Jugendstil. Die große Utopie“ hingelockt. Sie zeigt nicht nur die erwarteten schwungvollen, verspielten Exponate mit floralen Ornamenten, sondern sie spannt einen Bogen von den historischen Hintergründen zum Jugendstil in der Gebrauchskunst. Es sind vor allem Möbel, Kleidungsstücke, Bücher, Plakate und Geschirr,  wenige „reine“ Kunstwerke zu sehen. Dazu gibt es historische Fotos und Filmszenen, um die Lebensweise am Beginn des 20. Jahrhunderts darzustellen.

Meine Fotos aus dem Museum sind nicht besonders gelungen, aber als Gedankenstütze für mich vollkommen ausreichend. Hamburg5

Ich habe zwei Stoffe von William Morris entdeckt. Oben links und in der Mitte ist das Motiv „Erdbeerdieb“ zu sehen. Vom rechten Stoff habe ich mir den Namen leider nicht gemerkt. Weil ich mich im Foto spiegele, ist dort ganz gut zu erkennen, wie groß die Motive sind. Darüber war ich ein bisschen erstaunt, weil die Patchworkstoff-Repliken sehr feine, kleine Motive zeigen. Hier sind es relativ grobe indigo-gefärbte Baumwollstoffe. In der Objektbeschreibung stand  Indigo-Ätzdrucke, im Handdruck mit Modeln 3-farbig bedruckt.

In der unteren Reihe sind Ausschnitte aus dem gewebten Wandbehang „Der Pilger im Garten oder Das Herz der Rose“ zu sehen. Er wurde von Edward Burne-Jones für die Werkstätten Morris & Co. entworfen.

Ein weiteres faszinierendes textiles Objekt war der Wandbehang „Bretonische Frauen, Äpfel pflückend“.

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Emile Bernard hat die Vorlage dafür geschaffen. Die Handarbeit, eine Intarsienarbeit mit Wolle, überließ es dann seiner Frau. Am liebsten hätte ich hier ja mal geguckt, wie die Sache von hinten aussieht! Da war viel Beherrschung nötig 😉 .

Die Ausstellung ist zweigeteilt. Zuerst besucht man eine thematische Sonderausstellung, dann besichtigt man im Jugendstil eingerichtete Räume, die ständig zum Museum gehören. Von diesen geht es fast nahtlos in die anderen Bereiche über. Wir haben versucht, uns einen kleinen Überblick zu verschaffen. In den Räumen zur Islamischen Kunst haben mich vorallem die Mosaikmuster begeistert.

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Das Gebäude ist ein bisschen unübersichtlich und sehr verzweigt. Erst als wir schon auf der Suche nach dem Ausgang waren, haben wir die Grafiken von Christoph Niemann gefunden. Weil wir schon erwartet worden, blieb dafür etwas wenig Zeit. Zum Glück kann man hier viele Zeichnungen online ansehen, hier auch die Gummibärchenchronik.

Trotz Schietwetter waren es – bei Lichte besehen – zwei schöne Tage in Hamburg.

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(oben links und Mitte – Stadtfotos, Mitte links und rechts – privat, Rest – im Museum für Kunst und Gewerbe, dabei rechts unten noch ein Entdeckung: Lotte Reinigers Film  „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“)

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Da sind wir mal für zwei Tage in Hamburg und dann ist dort so ein Schietwetter.

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Also ging es erstmal in die Deichtorhallen. Wir haben uns für die Ausstellung „Sarah Moon – Now and Then“ im Haus der Photografie entschieden. Es ist eine sehr beeindruckende Schau, in deren Mittelpunkt fünf Filme stehen. Es sind Schwarz-Weiß-Märchenfilme mit wenigen Untertiteln.  Meist sind die Aufnahmen romantisch, verspielt. Durch die Untertitel wird man dann ganz plötzlich in die grausame Welt der Andersen-Märchen zurückgeholt. Nur einen Film habe ich im Gesamten ausgehalten.
Der Haupteil der Ausstellung besteht aus Schwarz-Weiß-Fotografien. Es sind sehr viele Polaroid-Aufnahmen, aber auch fotografische Edeldrucke sind zu sehen. Die Fotos sind unscharf und verblasst, sie wirken wie gemalt – für mich wie eine Umkehrung der Gemälde von Gerhard Richter, die wie Fotografien anmuten.
Wieder zu hause, habe ich mich noch ein bisschen mit der Künstlerin beschäftigt. Hier sieht man die Fotografin bei der Eröffnung der Ausstellung und hier kann man einen Blick in die Ausstellung werfen. Dabei sieht man auch die riesigen, faszinierenden Farbdrucke von Pflanzen und Tieren auf Hahnemühle-Papier. Daran konnte ich mich gar nicht satt sehen.

Am Sonntag haben wir das Museum für Kunst und Gewerbe besucht. Neben der Sammlung sind dort eine ganze Reihe von Sonderausstellungen zu besichtigen. Darüber werde ich extra berichten.
Nach dem Mittag hatte sich der Regen verzogen und so konnten wir wenigstens einen Spaziergang durch die Speicherstadt machen

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und einen Blick auf die Elbphilharmonie und die Elbe werfen, die hier schon fast wie das Meer anmutet.

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Fuchs, du hast die Gans gestohlen …

Manchmal hat man das Glück, dass ein Wunsch in Erfüllung geht. Ich hatte mir gewünscht, dass ich ein Foto von dem Fuchs machen kann, der hier hinter unserem Haus wohnt. Schöne Gänsefotos hatte ich nämlich schon.
Und  tatsächlich ist es mir vorletzten Sonntag gelungen. Er sieht doch toll aus so im Schnee!

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Und warum das Ganze? Ein Fuchs-Kissen!

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Im Wesentlichen nach der Anleitung von Amanda Berry gestrickt, mit Nadel Nr. 3 aus Ulysse von De Rerum Natura (100% Merino – 185 m/50 g – 85 g Pavot, 55 g Potimarron, 33 g Poivre Blanc und 3 g Figue)

Weil ich mein Kissen wesentlich größer als das Original gemacht habe, wollte ich es nicht nur mit Füllwatte stopfen. Gar nicht weit von mir gibt es ein kleines Bettenfachgeschäft. Frau Fahnauer hat mir schnell und preiswert ein passendes Federkissen – sogar mit Ohren  – genäht. Deshalb heißt  es im Titel: Fuchs, du hast die Gans gestohlen … 😉 .

Inzwischen ist das Kissen verschenkt und ich hoffe, es wird liebevoll behandelt, damit nicht die Federn fliegen.