Sizilien - am Meer

Während wir im Südosten zwi­schen vie­len klei­nen Sandbuchten wäh­len konn­ten, gab es an der Südküste lan­ge, aber teil­wei­se sehr stei­ni­ge Strände. Sie wur­den von stei­len Kalkfelsen gesäumt oder unter­bro­chen. Weit und breit war eigent­lich kein Mensch zu sehen. Nur der Fischhändler kam irgendwann.

An eini­gen Tage war es so stür­misch, dass an Schwimmen nicht zu den­ken war. Dafür haben wir dann lan­ge Strandwanderungen gemacht. Am Capo Bianco hat es mir so gut gefal­len, dass wir gleich zwei Mal da waren.

In der Felswand haben wir meh­re­re sol­che selt­sa­men Lochreihen ent­deckt. Sind sie das Werk von Tieren oder wur­den die­se Löcher von Menschen gebohrt? Diese Frage konn­ten wir bis­her nicht klären.

Im Sandloch wohnt eine Krabbe. Das Rätsel hat­ten wir schon ein­mal gelöst.

Bei unse­rer ers­ten Wanderung zu dem Felsen, haben wir vie­le schö­ne Muscheln gefun­den. Beim zwei­ten Mal hat­te der Wind eine neue dicke Sandschicht dar­über gezo­gen. Von Muscheln und Steinen war nichts mehr zu sehen.

Die Touristenattraktion „Scala dei Turchi" woll­ten wir eigent­lich aus­las­sen, aber am letz­ten Abend war uns doch ein biss­chen nach roman­ti­schem Abschied von Sizilien.

Mit uns saßen sehr vie­le Menschen auf der „Türkentreppe", um zu sehen, wie die Sonne unter­geht. Es gab sogar drei mit Trillerpfeifen aus­ge­stat­te­te Aufpasser, die jeden zurück­hol­ten, der sich zu nahe an den Abgrund set­zen wollte.

Sizilien - Postkarten vom Wandern

Obwohl wir nicht im Hauptwandergebiet im Nordosten der Insel unter­wegs waren, haben wir schö­ne Wanderwege genos­sen, groß­ar­ti­ge Aussichten und klei­ne Entdeckungen am Wegesrand.

Wir sind nach dem Rother-Wanderführer und den dazu­ge­hö­ri­gen GPS-Tracks gelau­fen. Viele Touren füh­ren durch Naturparks. Dort sind die Wege sicher aus­ge­baut und gut ausgeschildert.

Einstieg zum „Grand Canyon" von Sizilien (Tour 47) - Die flin­ken Eidechesen waren unse­re stän­di­gen Begleiter.

Der Weg beginnt in der Talsohle und schlän­gelt sich spä­ter oben am Hang ent­lang. Von dort sind die Aussichten auf die Gumpen im Tal oder spä­ter auf das Meer beson­ders schön.

Tour 48 führ­te von der alten Ruinenstadt Noto Antica aus auf alten Eselwegen durch Eukalyptuswälder. Da es den gan­zen vor­her­ge­hen­den Tag gereg­net und gewit­tert hat­te, duf­te­ten die Bäume beson­ders intensiv.

Immerwieder bin ich erstaunt, wenn die wil­den Alpenveilchen die Wege säumen.

Unsere Abschlusswanderung hat uns ein biss­chen auf das Dach von Südsizilien geführt. Los ging es an einer alten Bahnstrecke mit einer schö­ne Bogenbrücke (Tour 42).

Anfangs muss­ten wir mehr­mals den Bach durch­que­ren. Bei der ers­ten Rast unter einem Feigenbaum mit vie­len lecke­ren Früchten konn­ten wir den Erdbeerbaumfalter und den Kleinen Eisvogel beob­ach­ten. Die Fotos täu­schen ein biss­chen. Der Erdbeerbaumfalter ist ein rich­tig gro­ßer Schmetterling.

Der wil­de Fenchel war hier beson­ders gelb.

Die Tour führt eigent­lich am Gipfel vor­bei, aber wir sind zum Pizzo Lucerto hin­auf­ge­stie­gen und wur­den mit einer exzel­len­ten Aussicht (und ein biss­chen Muskelkater) belohnt.

Zurück von Sizilien

Nun sind wir ja schon eine gan­ze Weile wie­der zurück aus unse­rem Urlaub und eini­ge Fotos hat­te ich auch schon bei Instagram gezeigt, trotz­dem möch­te ich die Reise hier noch ein­mal Revue pas­sie­ren lassen.

Für die ers­te Woche hat­ten wir ein Ferienhäuschen im Südosten, am Strand von Noto, gemie­tet. Es war ein wun­der­schö­nes Steinhaus in einem auf­ge­las­se­nen Mandelhain, ganz ruhig am Ende eines Fahrweges gelegen.

Zum Strand waren es nur ein paar Minuten zu Fuß, sodass wir jeden Morgen als ers­tes ein biss­chen geschwom­men sind.

Dann konn­ten wir in aller Ruhe das Frühstück geniessen,

ein biss­chen zwi­schen den Mandelbäumen und den Kakteen rumtrödeln,

nach Eidechsen, Faltern und Schneckenhäusern gucken

und stri­cken.

Am spä­ten Vormittag sind wir zum Wandern los­ge­zo­gen oder wir haben den Tag am Strand ver­bracht und abends dann anti­ke Stätten und baro­cke Städte besichtigt.
Die Umgebung hat­te viel Reizvolles zu bie­ten. Dort wären wir gern noch län­ger geblieben.