Versteinerte Ostereier

Ich ha­be ja no­ch gar nicht ge­zeigt, was ich am Os­ter­sonn­tag ge­fun­den ha­be.

Kurz­ent­schlos­sen wa­ren wir für zwei Näch­te nach Bad Staf­fel­stein ge­fah­ren. Un­ser Haupt­ziel war die Ober­main­ther­me, weil wirk­li­ch wahr ist, was der Wer­be­slo­gan ver­spricht: Ein Be­su­ch ist wie ein Tag am Meer. In­zwi­schen gibt es dort elf Sau­nen, so­dass man zu je­der Zeit ein war­mes Plätz­chen fin­det. Das So­le­bad macht die Ent­span­nung dann per­fekt.

Ob­li­ga­to­ri­sch ist bei die­ser Rei­se im­mer die Wan­de­rung über den Staf­fel­berg nach Vier­zehn­hei­li­gen. Am Os­ter­sonn­tag hat­ten wir da­für bes­tes Wet­ter. Die Wie­sen rund um den Berg strahl­ten in wei­ßer und gel­ber Blü­ten­pracht.

Auf dem Rück­weg bin ich ein biss­chen übers Feld ge­lau­fen und ha­be die Fos­si­li­en ge­fun­den. Ich war sehr er­freut, wie­vie­le ich so im Vor­über­ge­hen ent­de­cken konn­te. Beim nächs­ten Mal müs­sen wir ein biss­chen mehr Zeit für die Su­che ein­pla­nen. Da sind be­stimmt no­ch tol­le­re Am­mo­ni­ten zu fin­den.

Beim Fo­to­gra­fie­ren der vie­len Blü­ten und Pflan­zen flog mir die­ses Tier un­ter die Lin­se. Da mus­s­te ich erst­mal nach­for­schen, was das ist – ein Gro­ßer Woll­schwe­ber. Der lan­ge Rüs­sel ist schon lus­tig an­zu­schau­en.
Trotz all den Sa­chen, die am Bo­den zu ent­de­cken sind, lohnt es si­ch aber auch, den Bli­ck über die Um­ge­bung schwei­fen zu las­sen. Wir sind da­für aber am Bo­den ge­blie­ben ;).

Strick- und Näh­zeug hat­te ich auch da­bei. Al­les auf der Hin­fahrt Ge­strick­te ha­be ich auf der Rück­fahrt wie­der auf­ge­trennt, weil es mir nicht ge­fal­len hat. In­zwi­schen wächst schon die neue Idee, die je­doch no­ch ein biss­chen ge­heim blei­ben muss. Aber mein ak­tu­el­les Näh­pro­jekt wer­de ich dem­nächst mal vor­stel­len.

April, April

Der wun­der­schö­ne 1. April war wohl wirk­li­ch ein Scherz. So hät­te es doch wei­ter­ge­hen kön­nen.

Wir wa­ren im Trie­bisch­tal auf dem Ge­opf­ad wan­dern und ha­ben die­sen war­men, son­ni­gen Früh­lings­tag sehr ge­nos­sen.

Der Weg be­ginnt am Schloss Roth­schön­berg. Zahl­rei­che Schau­ta­feln in­for­mie­ren über die Ge­schich­te, den Berg­bau und die Geo­lo­gie des Ta­les.

Mal geht es auf brei­tem Weg, mal auf schma­lem Pfad ent­lang, mal di­rekt an der Trie­bi­sch, dann über die hö­her ge­le­ge­nen Fel­der.

Am We­ges­rand ste­hen Buschwind­rös­chen und Ler­chen­sporn.

Ein Eich­hörn­chen war zu se­hen. Der gelb­brau­ne Vo­gel wird wohl ein Gold­am­mer sein und an der Bir­ke sitzt ein Klein­specht (Such­bild ;)). Er ist nur so groß wie ein Sper­ling und wenn er nicht her­um­ge­flo­gen wä­re, hät­ten wir ihn si­cher nicht ent­deckt.

Der Weg en­det am Kalk­berg­werk Mil­titz. Wenn man sonn- oder fei­er­tags 13.30 Uhr hin­kommt, kann man an ei­ner Füh­rung durch das Berg­werk teil­neh­men.

Un­ter­wegs ha­be ich auch vom neu­en ro­ten Schal ein paar Fo­tos ge­macht. Um den Hals ha­be ich ihn an die­sem Tag wirk­li­ch nicht ge­braucht.

Er ist aus ei­nem Strang So­cken­wol­le 80/20 Twin von Rohr­spatz & Woll­mei­se (80% Me­ri­no, 20% Ny­lon – 466 m/150 g – Far­be Sim­ply Pink) ge­strickt.
Ich ha­be das Loch­mus­ter vom ers­ten Teil des „Not Se­en Before“-Tuches ver­wen­det. Hier wer­den nicht, wie son­st bei dem Mus­ter üb­li­ch, Ma­schen an­ge­schla­gen und wie­der auf­ge­nom­men. Das hat­te mi­ch bis­her im­mer ab­ge­schreckt, ei­nen „Käse“schal zu stri­cken. Die Mus­ter­va­ri­an­te von Kris­ti­na Vi­li­mai­te ist wirk­li­ch sehr ein­fach nach­zu­ar­bei­ten. Es emp­fiehlt si­ch aber, ei­ne Ma­schen­pro­be mit ver­schie­de­nen Na­del­stär­ken zu ma­chen, da­mit die Lö­cher dann schön aus­se­hen.
Ich ha­be letzt­end­li­ch mit ei­ner re­la­tiv dün­nen Na­del ge­strickt (2,75) und hat­te ein biss­chen Angst, dass der Schal viel zu klein wird. Nach dem Ab­ket­ten war er tat­säch­li­ch nur 90 cm lang. Aber nach der ers­ten Wä­sche konn­te ich ihn gut auf reich­li­ch 150 cm span­nen.

PS: Über das Wet­ter ha­be ich heu­te mor­gen wohl zu zei­tig ge­me­ckert ;). Wir hat­ten ei­nen et­was küh­len, aber sehr son­ni­gen Tag. Das kann jetzt die an­de­ren Os­ter­fei­er­ta­ge ru­hig so blei­ben.

Ein Mystery-Tuch

Das Tuch­mus­ter „Not se­en be­fo­re“ war Be­stand­teil ei­ner Se­rie von acht An­lei­tun­gen un­ter dem Ti­tel Sight is Life“. Al­le Er­lö­se aus dem Ver­kauf die­ser An­lei­tun­gen wer­den der Ar­beit ei­nes au­gen­ärzt­li­chen Zen­trums im Kon­go zu Gu­te kom­men. Der Arzt reist auch in fer­ner ge­le­ge­ne Ge­bie­te, um dort Pa­ti­en­ten zu be­han­deln. Hier sind da­von be­ein­dru­cken­de Bil­der zu se­hen.

Ich war ein biss­chen neu­gie­rig, weil das Mys­te­ry­tuch von sie­ben De­si­gnern ge­mein­sam ge­stal­tet wur­de. Der er­s­te Teil sah viel­ver­spre­chend aus. Ich hat­te ei­ne gan­ze Tü­te Wol­le Ja­mie­son & Smith 2 Ply Jum­per Weight in blau­en, wei­ßen und grau­en Tö­nen. Die woll­te ich da­für ver­wen­den.

Ge­samt­de­si­gn, Ko­or­di­na­ti­on und Teil 1 des Tu­ches kom­men von Kris­ti­na Vi­li­mai­te. Sie stammt ur­sprüng­li­ch aus Li­tau­en und lebt jetzt in Un­garn. Sie ent­wirft groß­ar­ti­ge Lace-Muster. Ihr Augen-Muster fand ich so toll, dass ich gleich no­ch ei­nen Schal da­mit be­gon­nen ha­be.

Teil 2 war ei­ne Her­aus­for­de­rung. Mo­ni­ka Sir­nas  Bei­trag war ein Shetland-Lace-Muster. Da­bei wer­den in Hin- und Rück­rei­hen Mus­ter­ma­schen ge­strickt. Es gibt in den Rück­rei­hen kei­ne lin­ken Ma­schen, so­dass das Mus­ter beim Stri­cken kaum zu er­ken­nen ist. Ich neh­me an, so­et­was stri­cke ich nie wie­der.

Teil 3 war ein gra­fi­sches Mus­ter von Lee Mer­edith aus Port­land. Von ihr hat­te ich schon ei­nen Loop ge­strickt und ich wuss­te, dass et­was Ver­rück­tes zu er­war­ten war. Mit dem ver­schwom­me­nen La­ce­mus­ter will sie das The­ma des Schals auf­grei­fen, zei­gen wie schwer es sein kann, kla­re Li­ni­en zu fo­ku­sie­ren.

An die­ser Stel­le wur­de mei­ne Stri­cke­rei durch die Rei­se nach Schott­land un­ter­bro­chen. Ehr­li­ch ge­sagt, fand ich das Ge­samt­de­si­gn mit dem Wech­sel von ge­mus­ter­ten Recht­ecken und krau­sen Drei­ecken et­was lang­wei­lig. Letzt­end­li­ch ha­be ich mi­ch für Wei­ter­stri­cken ent­schie­den. Ich ha­be aber Teil 4 und 5 ge­tauscht, da­mit das Kreis-Muster in die Mit­te des Tu­ches kommt.

Am­bah O’Brien hat si­ch für ihr Mo­tiv von der Iris in­spi­rie­ren las­sen. Sol­che Mo­ti­ve sind ei­gent­li­ch gar kein Mar­ken­zei­chen der aus­tra­li­schen De­si­gne­rin. Mir ge­fal­len ih­re mehr­far­bi­gen Schals und Tü­cher mit den gra­fi­schen Mus­tern sehr gut. Da­von muss ich auch un­be­dingt mal eins stri­cken.

Han­na Macie­je­w­ska aus Po­len hat si­ch für ein klei­nes Dia­mant­mo­tiv ent­schie­den, wel­ches die Augen-Silhouette dar­stel­len soll. Im Ori­gi­nal ist der Mit­tel­teil des Recht­eckes glatt rechts ge­strickt. Das ge­fiel mir aber gar nicht, des­halb ha­be ich al­les im Mus­ter ge­ar­bei­tet.
Von Han­na steht die­ser Pull­over auf mei­ner Strick­wunsch­lis­te. Sie schreibt, dass sie ih­re Klei­dungs­stü­cke so naht­los wie mög­li­ch kon­stru­iert, da­mit sie schnell das nächs­te Pro­jekt be­gin­nen kann.

Mit Teil 6 von Josh Ryks bringt ein biss­chen Ab­wechs­lung in das Gan­ze, ge­fällt mir aber trotz­dem über­haupt nicht. Die Strei­fen und Nop­pen ste­hen für die un­ter­schiedlci­he Licht­emp­find­lich­keit der Netz­haut.
Joshs De­signs far­ben­froh und sehr gra­fi­sch. Sie sind mir bei Ra­vel­ry schon oft auf­ge­fal­len, ge­strickt ha­be ich da­von aber no­ch nichts.

Der letz­te Teil war dann ein klei­nes Lace-Muster von He­len Ste­wart. Da­mit möch­te sie die Fun­ken der Freu­de in den Au­gen der Men­schen zei­gen, die nach ih­rer Be­hand­lung über­haupt oder wie­der bes­ser se­hen kön­nen.
He­len liebt klei­ne, ein­fach zu stri­cken­de Mus­ter und setzt sie, fin­de ich, sehr ef­fekt­voll ein. Ihr Mystery-Muster er­in­nert mi­ch auch ein biss­chen an Schmet­ter­lin­ge. Viel­leicht ver­wen­de ich das mal für ein an­de­res Pro­jekt.

Und das ist nun das ge­sam­te Tuch – ein Leicht­ge­wicht, wel­ches trotz­dem gut wärmt. Es ist un­ge­fähr 50 cm breit und 150 cm lang. Durch die halb­run­de Form lässt es si­ch gut um die Schul­tern le­gen.

Mei­ne Woll­tü­te ist um 225 g Wol­le leich­ter ge­wor­den, aber trotz­dem nicht leer. Aus dem Rest ent­steht ge­ra­de no­ch ein sehr in­ter­es­san­tes Pro­jekt.