Kleine Meise

Zu Weihnachten haben wir ein Futterhäuschen bekom­men. Es hat eine sehr moder­nes Design und soll eigent­lich direkt an der Fensterscheibe ange­bracht wer­den, damit man die Vögel gut beob­ach­ten kann. Leider hat sich bis dahin nicht ein Vogel gewagt. Nun habe ich es vorn an der Balkonbrüstung befes­tigt und auch ein biss­chen geschmückt. Aber es ist immer noch kein Vogel zu sehen gewe­sen. Deshalb habe ich ges­tern die Wollreste durch­stö­bert und die Stricknadeln raus­ge­holt.

Blaumeise", gestrickt noch der Anleitung von Lesley Stanfield mit Nadeln Nr. 2,25 aus Jamieson & Smith 2 Ply Jumper Weight und ähn­li­chen Resten

Die Anleitung ist leicht nach­zu­stri­cken. Man hat zwar sehr vie­le Fadenenden, aber die kann man gut ver­kno­ten und als Füllmaterial belas­sen. Etwas schwie­rig war es, die Meise am Ende ordent­lich zusam­men­zu­nä­hen. Wie bei den Wichteln, die ich vor Weihnachten gestrickt hat­te, habe ich am Hals etwas ein­ge­reiht und beim Stopfen zwei Unterlegscheiben ein­ge­legt. So konn­te ich auf die Drahtfüße ver­zich­ten.

Nun sitzt die Meise in unse­rem Futterhäuschen. Mal sehen, ob sie Lockvogel oder Vogelscheuche ist ;).

Auf den Stromboli

Ich gebe zu, ich war ein biss­chen auf­ge­regt, weil ich mei­ne Kondition nicht rich­tig ein­schät­zen konn­te. In einer Gruppe von 20 Personen soll­ten wir in 2 Stunden 920 m hoch stei­gen und dann natür­lich auch wie­der hin­un­ter. Der Abstieg mach­te mir noch mehr Sorgen. Ich gehe viel lie­ber hoch statt run­ter und brau­che nor­ma­ler­wei­se abwärts auch län­ger.

Die Gedanken dar­über hat­ten mich ganz ver­ges­sen las­sen, dass wir erst­mal mit einem klei­nen Motorboot fah­ren muss­ten. Geschaukelt hat es zum Glück nicht, aber es war so laut und stank so sehr nach Diesel, dass ich sehr froh war, als wir die Insel Stromboli erreicht hat­ten.

Den Stromboli darf man nur in Begleitung eines Bergführers bestei­gen. Unsere Gruppe wur­de von Lorenzo von Magmatrek geführt. Nach Helmverteilung, Ausrüstungskontrolle und Sicherheitsbelehrung ging es los. Das Tempo war gemäch­lich und es gab meh­re­re Zwischenstopps, in denen wir Informationen zu Vegetation, Vulkanismus und Gestein erhiel­ten.

So war es über­haupt nicht müh­sam, den mitt­le­ren Gipfel des Vulkans zu errei­chen. Kurz vor dem Ziel begrüß­te uns der Stromboli mit einer präch­ti­gen Lavafontäne. Ein Feuerwerk im wahrs­ten Sinne des Wortes! Leider hat­te ich den Fotoapparat nicht zur Hand.

Oben ange­kom­men, war die Sicht auf den akti­ven klei­nen Gipfel durch den auf­stei­gen­den Wasserdampf sehr ver­ne­belt. Aber man konn­te ihn fau­chen hören und schon das war beein­dru­ckend. Auf ein­mal weiß man, wie die Märchen von den feu­er­spei­en­den Drachen ent­stan­den sind.
Von oben konn­ten wir dann kei­ne Eruption mehr rich­tig sehen, aber das kräf­ti­ge Rumpeln war zu hören und mit Vulkanasche wur­den wir auch berie­selt. Nach dem Sonnenuntergang waren die Krater deut­lich zu erken­nen.

Etwa eine Stunde haben wir auf dem Plateau gestan­den. Dass es da oben rich­tig kalt wer­den wür­de, hat­te ich nicht ver­mu­tet. Am Ende habe ich so gefro­ren, dass ich die Kamera nicht mehr ruhig hal­ten konn­te.
Der befürch­te­te Abstieg war dann ganz ein­fach. Es ging eine Sandpiste hin­ab, fast wie eine Rutschpartie durch tie­fen Schnee. In 20 Minuten hat­ten wir 500 m Höhenunterschied über­wun­den.

Wir hat­ten bei unse­rer Tour nicht den Eindruck, dass es gefähr­lich wer­den könn­te. Aber die Vulkantätigkeit ist unbe­re­chen­bar. Ende Oktober hat es einen gro­ßen Ausbruch gege­ben. Letzten Freitag habe ich die­se Webcam gefun­den und ein biss­chen geguckt. Da war rich­tig was los. Fast aller 5 Minuten konn­te man einen Ausbruch beob­ach­ten. Ich habe ein paar screen­shots gemacht. An die­sem Tag soll sich ein neu­er Schlot geöff­net haben. Momentan scheint es aber rela­tiv ruhig zu sein.

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Das war jetzt der Bericht von mei­nem schöns­ten Ferienerlebnis 😉 und damit endet die Sizilienserie (end­lich - habe ich gehört). Bald gibt es wie­der Handarbeiten zu sehen.

Abstecher nach Lipari

Sizilien wird manch­mal auch die Insel der Feuerberge genannt. Während wir gedank­lich eini­ge Male um den Ätna her­um­ge­schli­chen sind, wuchs die Idee, den Stromboli zu bestei­gen. Als Tagestour ist das aber von Sizilien aus nicht mög­lich. Deshalb plan­ten wir, drei Nächte auf Lipari zu ver­brin­gen und von dort aus eine Exkursion zum Stromboli zu machen.
Dass es der­art stür­misch sein könn­te, dass die Tour aus­fällt, damit hat­ten wir über­haupt nicht gerech­net. Erstmal waren wir natür­lich sehr ent­täuscht. Aber war­um soll­ten wir nicht ein­fach einen Tag län­ger blei­ben? Glücklicherweise war unser Quartier auch noch für eine wei­te­re Nacht frei.

Lipari ist so schön, dass man es da eine gan­ze Weile aus­hal­ten könn­te. Es ist ein ein­la­den­der, char­man­ter Ort mit klei­nen Plätzen und engen Gassen, vie­len Cafés und Restaurants, leben­dig vol­ler Einheimischer und Touristen.

In der ers­ten Nacht gab es dann wirk­lich ein ful­mi­nan­tes Gewitter und der Tag dar­auf war sehr, sehr stür­misch. Eine Bootsfahrt wäre tat­säch­lich unmög­lich gewe­sen.
Wir haben erst das Museum besich­tigt und dann einen Spaziergang zur Südspitze der Insel gemacht. Von dem Weg aus hat­ten wir eine tol­le Sicht auf das toben­de Meer und die Insel Vulcano.

An der Spitze ange­kom­men, muss­ten wir uns hin­set­zen, damit wir nicht vom Sturm umge­ris­sen wer­den. Da war es auch schwie­rig, den Fotoappartat ruhig zu hal­ten.

Am nächs­ten Tag sind wir dann den Rest der Panoramorunde um Lipari gelau­fen (Rother Tour 51), auf den Monte Guardia hin­auf und zum Strand Valle Muria hin­ab gestie­gen.
Es war immer noch sehr stür­misch. Baden konn­ten wir des­halb lei­der nicht, aber aus­gie­big dem Rauschen der Wellen und Rollen der Steine zuhö­ren, den Blick auf die Felsen und die vie­len Farben des Meeres schwei­fen las­sen.

Obwohl die Stadt vol­ler Menschen war, hat­ten wir die Wanderwege wie­der für uns allein. So blieb viel Zeit und Muse, die Aussicht zu genie­ßen und die klei­nen Dinge am Wegesrand zu bewun­dern.