Endlich wieder wandern

Das früh­lings­haf­te Wet­ter in der Stadt hat­te uns ges­tern her­aus­ge­lockt. Weil ich kei­ne Lust hat­te, zum hun­der­s­ten Mal auf den Gohri­sch, den Papst- oder den Pfaf­fen­stein zu wan­dern, war un­ser Ziel der Park­platz am Gam­rig. Von dort aus woll­ten wir den Pfad durch die Ho­nig­stei­ne su­chen. Da hat­ten wir uns aber ganz schön ver­kal­ku­liert! Über­all lag no­ch je­de Men­ge Schnee und die We­ge wa­ren teil­wei­se ganz schön ver­eist.

Auf den Gam­rig sind wir trotz­dem ge­stie­gen. Ich woll­te ja Fo­tos von mei­nem neu­en Pull­over ha­ben.

Pol­war­th von Ysol­da Teague, ge­strickt aus 360 g Ysol­da Blend no.1 (50% Me­ri­no, 40% Pol­war­th, 10% Zwart­bles – 315 m/100 g – un­ge­färbt)

Nun ha­be ich tat­säch­li­ch in ei­nem hal­ben Jahr drei Pull­over nach der glei­chen An­lei­tung ge­strickt. Mei­ne Be­geis­te­rung zu Mus­ter und Wol­le hat­te ich ja hier schon aus­führ­li­ch kund ge­tan und nun kann ich no­ch hin­zu­fü­gen, dass si­ch das Gan­ze auch wirk­li­ch an­ge­nehm trägt. Der Pull­over sitzt su­per, ist we­der zu dick no­ch zu dünn, ein­fach rings­her­um klas­se.

Der kri­ti­sche Bli­ck gilt mei­nem Fo­to­gra­fen. Aber das war gar nicht nö­tig. Ich hät­te mi­ch ganz und gar der schö­nen Aus­sicht wid­men kön­nen ,):

Über 3 km …

… Garn ha­be ich im Ja­nu­ar ver­strickt. Nur gibt es lei­der von den Re­sul­ta­ten kei­ne rich­tig se­hens­wer­ten Fo­tos. Aber der Voll­stän­dig­keit hal­ber und da­mit nie­mand denkt, ich ma­che Win­ter­schlaf 😉 zum Ers­ten:

1330 m No­ble von Hol­st (95% Geelong, 5% Kaschmir – 333 m/50 g – 200 g in der Far­be schwarz) ver­strickt mit Na­del Nr. 3,25 nach der An­lei­tung „Pol­war­th“ von Ysol­da Teague

„Pol­war­th“ ha­be ich schon ein­mal für mei­ne Toch­ter ge­strickt. Dies­mal ha­be ich aber ei­ne viel, viel dün­ne­re Wol­le ge­nom­men. Die No­ble hat ei­ne über dop­pelt so gro­ße Lau­f­län­ge, soll aber ge­nauso mit Na­del Nr. 3 – 3,5 ver­strickt wer­den kön­nen, weil sie nach dem Wa­schen auf­blüht. Al­so ha­be ich (fast) al­les ge­nauso ge­strickt wie beim ers­ten Mal, nur den Rumpf für ei­ne Her­ren­ver­si­on ein­fach ge­ra­de her­un­ter.
Den fer­ti­gen Pull­over ha­be ich dann 3x ge­wa­schen, weil die Wol­le un­heim­li­ch viel Far­be ab­gab. Das Rechts­ge­strick ist wirk­li­ch vo­lu­mi­nös und fluf­fig ge­wor­den. Die Pa­tent­ma­schen ge­fal­len mir nicht so. Sie sind zu löch­rig ge­blie­ben.
Trotz­dem bin ich ins­ge­samt sehr zu­frie­den. Der Emp­fän­ger meint „er kratzt ein biss­chen, aber das merkt man nicht so lan­ge … sehr warm, da­für das er so dünn ist … al­so per­fekt“. Dass er kratzt, kann aber bei Geelong und Kaschmir nicht ern­st ge­meint sein ^-^.

Zum Zwei­ten: no­ch ei­nen schwar­zen Her­ren­pull­over.

1250 m Gil­liatt von De Rer­um Na­tu­ra (100% Me­ri­no – 250 m/100 g – 500g in der Far­be Fu­sain) nach der An­lei­tung „Jai­den“ von Isa­bell Krae­mer ver­strickt mit Na­del Nr. 4,5

Über die Wol­le ha­be ich schon ge­nug ge­schwärmt. Sie fliegt fast von al­lein über die Na­deln. So konn­te ich nach 10 Ta­gen Strick­zeit kurz vor Mit­ter­nacht die letz­ten Ma­schen ab­ket­ten, da­mit der Pull­over no­ch auf dem Ge­burts­tags­ti­sch lan­det.
Ei­gent­li­ch ha­be ich mi­ch ge­n­au an die An­lei­tung ge­hal­ten, nur zu spät ent­schie­den, dass die Är­mel et­was län­ger wer­den müs­sen. Die El­len­bo­gen­patches (auf dem mitt­le­ren Fo­to bei ge­nau­em Hin­se­hen zu er­ken­nen) könn­ten et­was wei­ter un­ten sein, aber es geht ge­ra­de no­ch so. Ich muss al­so nicht tren­nen ;).

Zwi­schenrein­ge­schum­melt hat­ten si­ch no­ch ei­ne Müt­ze für die Yo­gal­eh­re­rin (da­für darf ich mor­gen zur Mas­sa­ge kom­men 😉 ) und ein Hals­wär­mer. Da­mit wa­ren es dann 3010 ver­strick­te Me­ter.

Im Schnee

Vor der Win­ter­wan­de­rung ha­be ich mi­ch schnell oh­ne Ja­cke in den ei­si­gen Wind ge­wagt, da­mit es end­li­ch Fo­tos vom neu­en Pull­over gibt.

„Keera“ von Isa­bell Krae­mer – ge­strickt aus „Ulys­se“ Von De Rer­um Na­tu­ra (100% Wol­le – 185 m/50 g – 330 g in Fi­gue)

Die An­lei­tung ist ei­gent­li­ch für die di­cke­re „Gil­liatt“ von De Rer­um Na­tu­ra ge­schrie­ben. Des­halb ha­be ich mit Na­del Nr. 3 nach den An­ga­ben für die Grö­ße XXL ge­strickt, um Grö­ße M zu er­hal­ten. Ob­wohl mir im Ori­gi­nal der Mix aus sport­li­chen und ele­gan­ten Stil­ele­men­ten sehr gut ge­fällt, fand ich das aber bei der dün­ne­ren Wol­le nicht mehr so pas­send. Al­so ha­be ich die brei­ten ge­ripp­ten Bünd­chen durch schma­le dop­pel­te Blen­den er­setzt. Die ei­ne lin­ke Ma­sche am Är­mel sah bei mir aus wie ei­ne schlecht ge­mach­te Naht. Des­halb ha­be ich sie am ers­ten Är­mel ge­rip­pelt und rechts wie­der hoch­ge­hä­kelt und beim zwei­ten dann na­tür­li­ch gleich weg­ge­las­sen.
Die „Ulys­se“ ist ei­ne wei­che, zim­mer­taug­li­che Wol­le. Der Pull­over ist sehr be­quem und an­ge­nehm zu tra­gen.
Für die Win­ter­wan­de­rung ha­be ich dann aber zu mei­nen al­ler­dicks­ten Pull­over ge­wech­selt.

Es war ein herr­li­cher Tag mit blau­em Him­mel und glit­zern­dem Schnee im Son­nen­schein. Und die­se Eis­zap­fen!