Zweifarbiges Patent

Tü­cher und Schals im zwei­far­bi­gen Pa­tent­mus­ter ste­hen schon ei­ne Wei­le ganz oben auf der Hit­lis­te der be­lieb­tes­ten Strick­mus­ter. Jetzt end­lich ha­be ich auch so ein Tuch ge­strickt und bin so­fort be­geis­tert.

„Me­an­de­ring Shawl“ von Ste­phen West – ge­strickt mit Na­del Nr. 4 aus „Hamp­shire 4ply“ von The Litt­le Grey Sheep (100% Wol­le – 400 m/100 g – 90 g Tra­ce Ele­ments, 85 g Sunshi­ne on My Shoul­der und 10 g Li­la)

Wenn man das Prin­zip des zwei­far­bi­gen Pa­tents ein­mal durch­schaut hat, ist es ei­gent­lich ziem­lich ein­fach: es wer­den im­mer erst zwei Hin­rei­hen, dann zwei Rück­rei­hen ge­strickt, im­mer zu­erst Far­be A, dann Far­be B. So ent­ste­hen zwei „schö­ne“ Sei­ten, die ei­ne haupt­säch­lich in Far­be A, die an­de­re in Far­be B. Auf den De­tail­fo­tos kann man das ganz gut er­ken­nen.
Für die Ab­schluss­kan­te ha­be ich ei­ne drit­te Far­be ge­nom­men, die zu bei­den Sei­ten gut passt.


Die Wol­le hat­te ich in Edin­burgh ent­deckt. Sie kommt von ei­ner klei­nen Schaf­f­arm in Eng­land. Die Be­sit­ze­rin gibt die Wol­le zum Wa­schen und Spin­nen weg und färbt sie dann selbst. Sa­bi­ne stellt die Farm hier nä­her vor.
Ich ha­be mir für das Tuch die Hampshire-Wolle aus­ge­sucht, weil sie ein biss­chen rus­ti­ka­ler und vo­lu­mi­nö­ser als die Stein-Fine-Wolle ist. Ich mag das sehr und hof­fe Ute auch, denn ihr ha­be ich das Tuch zum Ge­burts­tag ge­schenkt. Ir­gend­wann möch­te ich für mich auch eins stri­cken.

Ein­mal vom Patent-Virus be­fal­len, ha­be ich gleich noch zwei neue Pro­jek­te an­ge­schla­gen.

Das ist der Paris’s Brio­che Scarf von Nan­cy Mar­chant. Hier kommt zu­sätz­lich das dop­pel­sei­ti­ge Stri­cken zum Ein­satz.

Und hier ist der An­fang ei­nes Mystery-Tuches von Su­san­ne Som­mer zu se­hen. Ich konn­te mich nicht ganz ent­schei­den, wie ich die drei Far­ben ein­set­ze und ha­be den blau-grünen Ver­such wie­der auf­ge­trennt. Ob das ei­ne so gu­te Idee war, be­zwei­fe­le ich jetzt schon wie­der …
Das Be­son­de­re an dem Mus­ter ist, dass hier in den Drei­ecken die Far­ben ge­tauscht wer­den, so­dass je­de Far­ben mal im Vor­der­grund steht.

Bei­de Pro­jek­te müs­sen aber noch ein biss­chen war­ten, weil erst­mal die De­cke fer­tig wer­den soll.

Zwei Mützen

„Bous­ta Be­a­nie“ von Gud­run Johns­ton – ge­strickt aus Ja­mie­son & Smith 2 Ply Jum­per Weight und Ja­mie­son & Smith 2 Ply Jum­per Weight

Die­se Müt­ze hat Gud­run Johns­ton für die Shet­land Wool Week 2017 ent­wor­fen. Die An­lei­tung ist frei ver­füg­bar und ich kann sie al­len, die schon lan­ge mal das Jac­quard­stri­cken aus­pro­bie­ren woll­ten, sehr emp­feh­len. Das Fair-Isle-Muster ist sehr ein­fach zu stri­cken und hat ei­ne tol­le Wir­kung.

Als Kon­trast­garn ha­be ich für bei­de Müt­zen Jamieson’s Shet­land Spin­drift (100% Shetland-Wolle – 105 m/25 g) ver­wen­det. Je ein Knäu­el in den Far­ben Ro­se­ma­ry und Night­hawk wa­ren für zwei Müt­zen aus­rei­chend. Als Haupfar­be braucht man et­was mehr als ein Knäu­el. Das grün­me­lier­te Garn ist die Far­be 29 Mix von Ja­mie­son & Smith 2 Ply Jum­per Weight (100% Shet­land­wol­le – 114 m/25 g), das graue die Far­be Gra­ni­te von Jamieson’s Shet­land Spin­drift.
Ich ha­be mit den in der An­lei­tung vor­ge­schla­ge­nen Na­del­stär­ken – 3,0 für den Bund und da­nach 3,5 – ge­strickt und fin­de das die Müt­zen doch ein ganz klein we­nig zu lo­cker sit­zen. Beim nächs­ten Mal wür­de ich et­was dün­ne­re Na­deln neh­men.

Die bei­den Müt­zen wa­ren mein Un­ter­weg­spro­jekt. Ich freue mich, dass mir das Jac­quard­stri­cken jetzt so gut von der Hand geht, dass ich klei­ne ein­fa­che Mus­ter auch in der Stra­ßen­bahn oder im Au­to stri­cken kann.
So hat­te ich die graue Müt­ze auch da­bei, als wir letz­ten Sonn­tag wie­der­mal nach Tie­fen­au ge­fah­ren sind. Das Strick­zeug war zwar dann auch im Ruck­sack, aber im Teich­ge­biet gab es so­viel zu be­ob­ach­ten, dass ich gar nicht zum Stri­cken ge­kom­men bin.

Ein Schwa­nen­nest hat­te ich noch nie ge­se­hen. Das ist ja ganz schön groß!
Den Bi­ber selbst konn­ten wir nicht ent­de­cken, aber je­de Men­ge ab­ge­nag­te Baum­stümp­fe. Und vie­le, vie­le Gän­se­fa­mi­li­en schwam­men in den Tei­chen.

Be­son­ders be­ein­druckt hat uns die Ge­räusch­ku­lis­se. Lan­ge ha­ben wir ge­grü­belt, von wem die­ser auf- und ab­schwel­len­de Ton kom­men mag. Wahr­schein­lich ge­hört er tat­säch­lich zum Frosch­kon­zert.

Je län­ger man am Teich stand, um so mehr Frö­sche konn­te man ent­de­cken. Aber man­che ha­be ich erst zu hau­se auf dem Fo­to ge­se­hen.

Der Rei­her war so weit weg, dass ich den Fo­to­ap­pa­rat ei­gent­lich als Fern­glas ver­wen­det hat­te, um ihn über­haupt zu er­ken­nen. Das er ge­ra­de ei­nen Fisch ver­speist, war dann die Über­ra­schung am Bild­schirm.

Im Garten

Lang­sam wur­de es Zeit, die Gar­ten­sai­son zu er­öff­nen. Die Wie­se war schon or­dent­lich ge­wach­sen, aber die Pfingst­ro­sen und der Schnee­ball­strauch blü­hen in die­sem Jahr wohl et­was spä­ter.

Die Kirsch­blü­ten sind wahr­schein­lich lei­der al­le er­fro­ren, aber die Ap­fel­bäu­me zei­gen sich von ih­rer schöns­ten Sei­te. Nur Bie­nen wa­ren nicht zu se­hen und zu hö­ren.

Ich hat­te ei­ne gro­ße Woll­kis­te da­bei, weil ich ge­ra­de ei­ne Patch­work­de­cke stri­cke. Sie soll schon im Ju­ni ver­schenkt wer­den. Des­halb muss ich mich ein biss­chen ran­hal­ten.