Kritsa-Schlucht

Im Os­ten Kre­tas gibt es eine ganze Menge schö­ner, klei­ner Schluch­ten, die man in 2 bis 3 Stun­den ge­müt­lich durch­wan­dern kann. Lei­der sind sie aber et­was ver­teilt, so­dass man im­mer eine län­gere An­fahrt mit dem Auto in Kauf neh­men muss. Aber die Wan­de­rung ent­schä­digt dann da­für ;).

Ei­nes un­se­rer Ziele war die Kritsa-Schlucht in der Nähe von Agios Ni­ko­laos. Die Schlucht und das na­mens­ge­bende Dorf wer­den als be­lieb­tes und viel­be­such­tes Ziel von Ta­ges­tou­ris­ten be­schrie­ben.
In der Schlucht ha­ben wir nie­man­den ge­trof­fen, aber die vie­len Stein­männ­chen zei­gen doch, dass hier mehr Wan­de­rer als üb­lich un­ter­wegs sein müs­sen. An­fangs ver­läuft der Weg über das Ge­röll des Bach­bet­tes. Viele alte Bäume und Sträu­cher säu­men den Weg.

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Spä­ter war dann eine kleine Kra­xel­stre­cke mit Ei­sen­stu­fen und Sei­len über teil­weise et­was glat­ten Fels zu pas­sie­ren. Das hat rich­tig Spaß ge­macht und am Ende wur­den wir von ei­ner rie­si­gen Katze er­war­tet :).

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In­ter­es­sante Fund­stü­cke gab es auch wie­der. Mit­ten in der Schlucht lag eine alte Eis­truhe, gleich da­ne­ben ei­nige Zie­genske­lette. Wahr­schein­lich wurde al­les bei ei­nem Un­wet­ter vom Was­ser mit­ge­ris­sen.

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Schon an an­de­rer Stelle hat­ten wir diese selt­sa­men Ge­häuse am Stein ent­deckt. Sie sind nur etwa 2 cm lang und hän­gen in gro­ßer An­zahl am Fels fest. Ein Tier war aber nicht zu se­hen. In­zwi­schen habe ich her­aus­ge­fun­den, dass es sich um Schließ­mund­schne­cken han­delt. Of­fen­bar hat­ten sie sich alle in ihr Ge­häuse zu­rück­ge­zo­gen.

Vom Ende der Schlucht ging es über ei­nen al­ten Esel­pfad zu­rück zum Aus­gangs­punkt. Von dem Weg ober­halb der Schlucht hat man eine gute Aus­sicht auf die um­lie­gen­den Berge und das Dorf.

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Laut Rei­se­füh­rer soll Kritsa be­son­ders be­kannt sein für seine Web­ar­bei­ten und ge­hä­kelte Tü­cher und De­cken. Tat­säch­lich sa­ßen vor ei­ni­gen Lä­den Frauen und hä­kel­ten. Aber so­bald man sich ih­nen nur an­satz­weise nä­herte, wurde die Hä­kel­na­del fal­len ge­las­sen. Recht auf­dring­lich wurde man nun ge­be­ten, doch den La­den zu be­tre­ten und sich nur um­zu­schauen. Da­bei war schon von au­ßen er­sicht­lich, dass über­all die glei­chen Tep­pi­che und De­cken aus­ge­stellt wa­ren und daran, dass sie vor Ort her­ge­stellt wa­ren, konnte man auch schon auf den ers­ten Blick zwei­feln.
Fast am Ende der „Tou­ris­ten­straße“ habe ich dann die kleine Skulp­tur von Nigel Rat­cliffe „The Thread of Life“ ent­deckt. Sie soll an die Tra­di­tion des Or­tes er­in­nern und ein 11 bis 12 Jahre al­tes Mäd­chen zei­gen, dass hin und her ge­ris­sen ist, ob es nun mit den Frauen hä­keln oder mit den Kin­dern spie­len möchte.

Hochebene von Chandrás

Un­sere letzte Reise hat­ten wir mit ei­ner Rund­fahrt durch die Hoch­ebene von Chan­drás be­en­det. Ich war von der Land­schaft, den Dör­fern, den Fel­dern und den rie­si­gen So­lar­an­la­gen so be­ein­druckt ge­we­sen, dass wir dies­mal wie­der dort­hin fah­ren muss­ten.

Über eine un­end­lich schei­nende Zahl von Ser­pen­ti­nen ge­langt man auf eine Höhe von un­ge­fähr 600 m. Dort oben ist die Fels­land­schaft mit ku­ge­li­gen, knie­ho­hen, meist sehr stach­li­gen Bü­schen be­wach­sen. Ob­wohl im Spät­som­mer die meis­ten Sträu­cher ver­trock­net und braun sind, ist der An­blick wun­der­schön.

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Ei­nige Thy­mi­an­sträu­cher blüh­ten noch und zo­gen viele Bie­nen an. Über­all sind die bun­ten Bie­nen­käs­ten ver­streut. An­fangs ha­ben wir uns ge­wun­dert, warum es manch­mal rie­sige An­samm­lun­gen von al­ten Au­to­rei­fen gab. Aber spä­ter ha­ben wir ge­se­hen, dass dar­auf die Bie­nen­stö­cke ge­stellt wer­den.

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In Ost­kreta gibt es ein Pro­jekt „Si­tia Na­ture Park“, dass den al­ter­na­ti­ven Tou­ris­mus in den ber­gi­gen Re­gio­nen för­dern soll. Mit ver­schie­de­nen Wander-, Fahrrad- und Au­to­tou­ren soll der Reich­tum an Höh­len, Schluch­ten, sel­tene Ge­steine und Fos­si­lien ge­zeigt wer­den.
Solch eine Geo­tour woll­ten wir von Ka­ridi aus lau­fen. Lei­der ha­ben wir nur den An­fang des We­ges ge­fun­den. Schon nach kur­zer Zeit muss­ten wir um­keh­ren, weil wir uns für kei­nen der vie­len Wege ent­schei­den konn­ten. (Wer die Wege lau­fen möchte, sollte sich schon vor­her die Karte her­un­ter­la­den. Die Aus­schil­de­rung der Rou­ten ist sehr schlecht.)

Schön war´s trotz­dem da oben!

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Auch am We­ges­rand gab es viel zu ent­de­cken.

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Zu­rück im Dorf Ka­ridi sind wir im Ka­fe­nion ein­ge­kehrt und ha­ben dort ei­nen sehr le­cke­ren Café frappé be­kom­men. Die Gas­sen des Ört­chens mach­ten aber ei­nen sehr ver­las­se­nen Ein­druck.

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Das Nach­bar­dorf Si­ta­nos mit den vie­len wei­ßen Häu­sern sah dann schon ganz an­ders aus. Dort gab es auch eine Ta­verne, aber bis zum Abend war noch es noch zu lang. Beim nächs­ten Mal viel­leicht, wenn wir den Weg dann ge­fun­den ha­ben.

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Kretische Ziegen

Die er­ste Hälfte un­se­res Ur­lau­bes ha­ben wir wie­der in Aga­thias ver­bracht, weil es uns dort vor zwei Jah­ren so gut ge­fal­len hatte. Er­freu­li­cher­weise war auch al­les noch so schön, wie wir es in Er­in­ne­rung hat­ten.
Ei­nige neue Wan­der­wege ha­ben wir trotz­dem ge­fun­den, zum Bei­spiel zum Skinias-Strand. Der Weg führte uns erst durch die Oli­ven­haine, dann im­mer ber­gan durch Mac­chia. Dort blüh­ten die Wei­ßen Me­er­zwie­beln in die­sem Jahr be­son­ders üp­pig.

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An­fangs war beim Blick zu­rück noch das Meer zu se­hen, aber bald nur noch Berge und manch­mal ver­fal­lene Ge­mäuer.

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Ir­gend­wann war dann wie­der Meer in Sicht und ein gut mar­kier­ter Weg führte uns hinab zum glas­kla­ren Was­ser. Das er­fri­schende Bad hat­ten wir uns gut ver­dient! Den Weg hat­ten wir mit Goo­gle­Maps ge­fun­den. Dort war für die 5 km-Strecke 1 Stunde Geh­zeit an­ge­ge­ben. Ge­braucht ha­ben wir das Dop­pelte.

Auf hal­ber Stre­cke hatte ich mich ge­rade dar­über ge­wun­dert, dass nir­gends eine Ziege zu se­hen war, als plötz­lich eine ganze Herde um die Ecke di­rekt auf uns zu kam.

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Fast jede hatte eine große Glo­cke um den Hals. Ein wun­der­ba­rer Klang! Zum Glück hat­ten die Zie­gen gro­ßen Re­spekt vor uns und mach­ten ei­nen gro­ßen Bo­gen.

Auch bei den an­de­ren Wan­de­run­gen ha­ben wir uns im­mer wie­der sehr über die Zie­gen ge­freut. Sie sind ein­fach trol­lig!

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In der Touplou-Schlucht ha­ben sie im­mer ge­guckt, wo wir nun blei­ben,

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spä­ter am Strand un­ser Ba­de­was­ser be­gut­ach­tet (und auch die Lie­gen ;)) und ver­kos­tet.