Taschen-Tuch

Wenn ich un­ter­wegs bin, habe ich im­mer ein Strick­zeug in der Ta­sche. Es muss ein ein­fa­ches Pro­jekt sein, bei dem ich nicht stän­dig ge­nau hin­zu­se­hen brau­che. So kann ich zwei Flie­gen mit ei­ner Klappe schla­gen: Warte-und Fahr­zei­ten ganz ent­spannt über­ste­hen und Pro­jekte zu Ende brin­gen, für die mir auf dem hei­mi­schen Sofa ein­fach die Ge­duld fehlt. Auf diese Art und Weise ist am letz­ten Wo­chen­ende ein schma­les Tuch fer­tig ge­wor­den.

Taschentuch

nach der An­lei­tung „Stri­ped Scarf“ von Hi­romi Sa­ku­rai ge­strickt mit Na­del Nr. 4 aus Ro­wan Crea­tive Li­nen (50% Lei­nen, 50% Baum­wolle – 200 m/100 g – je 100g in den Far­ben 624 und 635)

Eine Freun­din wollte die­ses zwei­far­bige Tuch stri­cken und hatte mich um Über­set­zungs­hilfe ge­be­ten. Da­bei war ich auf ein klei­nes De­tail ge­sto­ßen, dass ich bis­her nicht kannte – eine Ma­schen­zu­nahme aus der Wi­ckel­ma­sche her­aus. Also habe ich ei­nen Garn­rest her­aus­ge­kramt und die Sa­che aus­pro­biert. Es funk­tio­nierte ein­wand­frei.
Die Strick­probe aus Ro­wan Crea­tive Li­nen ge­fiel mir sehr gut und um die bei­den Far­ben stormy (stür­misch) und foggy (neb­lig) war ich schon mehr­mals her­um­ge­schli­chen. Jetzt konn­ten sie zum Ein­satz kom­men. Das Tuch aus dem Baumwoll/Leinengemisch wird ein gu­ter Be­glei­ter für küh­lere Som­mer­tage sein.

Das Ori­gi­nal ist aus et­was dün­ne­rem Garn (150 m/50 g) ge­strickt. Da­für wer­den von bei­den Far­ben nur 50 g ver­ar­bei­tet. Mein Tuch ist jetzt 170 cm lang und an der brei­tes­ten Stelle 32 cm tief, ge­nau rich­tig – finde ich. Ich denke, das Mo­dell kann mit je­der Garn­stärke ge­strickt wer­den. Die Größe ist va­ria­bel, da man dass Mus­ter bis ins Un­end­li­che fort­set­zen kann. Nur viel Ge­duld für lange Rei­hen in kraus rechts ist dann er­for­der­lich.

Ein schöner Gartentag

Den Pfingst­mon­tag ha­ben wir im Gar­ten ver­bracht. Weil alle an­de­ren Gärt­ner wohl auf das schlechte Wet­ter ge­war­tet ha­ben, war es himm­lisch ru­hig – nur reich­li­ches Vo­gel­ge­zwit­scher war zu hö­ren.

Wir ha­ben zehn Schub­kar­ren Kom­post­erde ge­siebt, aufs Beet ge­bracht und dann die Kar­tof­feln dar­un­ter ver­steckt. Bis dann doch die di­cken Re­gen­wol­ken auf­zo­gen, war aber war noch ge­nü­gend Zeit, dass neue Tuch zu fo­to­gra­fie­ren – und die Am­sel, die sich in Nach­bars Schrotte­cke ein­ge­nis­tet hat.

Emiliana2

Ge­strickt nach der An­lei­tung „Emi­liana“ von Lisa Han­nes aus Tosh Me­rino Light von ma­de­li­ne­tosh (100% Me­rino – fin­ge­ring – 93 g to­mato und 100 g tart)

Über die Wolle habe ich hier schon et­was ge­schrie­ben. Da­mals hatte ich von den bei­den Far­ben schon ein biss­chen ver­strickt. Des­halb musste ich jetzt den ers­ten Teil bei 142 Ma­schen be­en­den. Aber das Tuch ist trotz­dem groß ge­nug ge­wor­den – 2,20 m lang und in der Mitte 50 cm breit.
Wie in der An­lei­tung an­ge­ge­ben habe ich dies­mal die Na­del­stär­ken 4 und 4,5 be­nutzt. Ob­wohl die Wolle nur die Stärke 4-facher So­cken­wolle hat, ist das Ge­strick gleich­mä­ßig und nicht zu lo­cker ge­wor­den. Es hat jetzt ei­nen schö­nen Fall.
Das De­sign des Tu­ches ge­fällt mir gut. In den ein­far­bi­gen Tei­len ist ein klei­nes He­be­ma­schen­mus­ter zu stri­cken, so­dass es nicht lang­wei­lig wird, aber trotz­dem keine hohe Kon­zen­tra­tion er­for­dert. Auch im Mus­ter­strei­fen ist die Ver­tei­lung der He­be­ma­schen ein­deu­tig, so­dass man schnell merkt, wenn man mal aus dem Rhyth­mus ge­kom­men ist. Das Tuch hat gut aus­se­hende Rand­ma­schen in rich­ti­ger Größe. Sie bil­den we­der lange Schlau­fen, noch sind sie so fest, dass sie den Rand zu­sam­men­zie­hen. Die Form ist an­ge­nehm, nicht zu schmal, aber auch nicht zu tief.
Ich kann die An­lei­tung also sehr emp­feh­len. Sie ist zwar nur in eng­lisch und ja­pa­nisch er­hält­lich, be­inhal­tet aber eine kom­plette Strick­schrift. Wer also ein paar eng­li­sche Strick­grund­be­griffe kennt, kann das Tuch nach­st­ri­cken.

Schnecke

Zum Patchworkfest nach Gröbern

Beim Patch­work­fest im Hand­ar­beits­haus Grö­bern wird am Pfingst­sonn­abend im­mer ein Tisch für die Sti­chel­he­xen re­ser­viert. In die­sem Jahr wa­ren wir nur eine recht kleine Ge­sell­schaft. Zum Glück ha­ben uns ei­nige Blitz­quil­te­rin­nen un­ter­stützt, dann es gab wie­der viele Fra­gen rund um das Hand­nä­hen zu be­ant­wor­ten. Da­bei ging es nicht nur um das wie, son­dern auch um das warum. Ei­nige Frauen lie­ßen sich da­von über­zeu­gen, dass auch Muse und Ge­mäch­lich­keit zum Hobby ge­hö­ren, dass es wun­der­bar ist, über­all un­ab­hän­gig von Strom und Näh­ma­schine zu sti­cheln – ganz ru­hig auf dem Sofa und im Gar­ten oder in ge­sel­li­ger Runde mit Gleich­ge­sinn­ten.

Die Spon­tan­aus­stel­lung in Hof und Gar­ten war wie­der gut be­stückt. Der Wind hat die vie­len Quilts mal or­dent­lich durch­ge­pus­tet.

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In der Scheune wa­ren die Wett­be­werb­s­er­geb­nisse aus­ge­stellt. Dies­mal war ein schwarz-weißer, klein­ka­rier­ter Stoff zu ver­ar­bei­ten.

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Be­wun­dern konn­ten wir auch Ma­rias neu­es­ten Quilt. Sie be­zieht vom Hand­ar­beits­haus das Stoff­abo. Ob­wohl sie oft für die vie­len Stoff­stück­chen stöhnt, das was sie dann dar­aus näht ist im­mer zau­ber­haft! Der He­xa­gon­quilt im obe­ren Bild (Mitte rechts) ist auch so ein ex­zel­len­tes Stück.

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