Edinburgh Yarn Festival

Gleich nach dem Früh­stück hat­te ich mich auf den Weg zum Woll­fest ge­macht. Vor dem Ein­gang stand schon ei­ne Schlan­ge, aber das war über­haupt nicht schlimm. Al­le wa­ren gut be­tucht und be­mützt und man­che hat­ten schon ih­re Män­tel aus­ge­zo­gen, um Pull­over oder Ja­cken zu zei­gen. Al­le Neu­an­kom­men­den muss­ten an der Schlan­ge ent­lang ge­hen, die Stra­ße wur­de prak­tisch zum Lauf­steg. Die Or­ga­ni­sa­to­rin­nen ver­teil­ten schon vor Be­ginn die Ein­lass­bänd­chen, so dass es dann bei Öff­nung der Tü­ren schnell ging.

In­zwi­schen hat­te ich aber auch Frau­en ent­deckt, die ich bis­her nur on­line kann­te und wir konn­ten nun auch mal echt mit­ein­an­der re­den.

Zu­erst ha­be ich mei­ne Ein­kaufs­lis­te ab­ge­ar­bei­tet.
Da war zum Bei­spiel noch ein Weih­nachts­ge­schenk of­fen: „Shel­ter“ von Brook­lyn Tweed für ei­ne Strick­ja­cke. Ja­red Flood war so­gar selbst an­we­send und hat mir dann mei­ne Wol­le si­gniert. Ich ha­be mich für die Far­be Fl­an­nel ent­schie­den. Die­se Ja­cke soll es wer­den.

Au­ßer­dem woll­te ich gern mal die fin­ni­sche Tu­ku­wool Fin­ge­ring aus­pro­bie­ren, von der so viel ge­schwärmt wird. Ge­ra­de recht­zei­tig war die An­lei­tung für die Ja­cke „Samm­al“ von Jo­ji Lo­ca­tel­li er­schie­nen. Da­für wan­der­ten 6 Strän­ge in ty­y­ni in mei­ne Ta­sche.

Wei­ter ging es zu Ysol­da. Lei­der ha­be ich von ihr nur ein ganz ver­wa­ckel­tes Fo­to, aber an dem Stand war auch tüch­ti­ges Ge­drän­ge. Zur Er­gän­zung mei­nes Be­stan­des ha­be ich das Garn­päck­chen mit­ge­nom­men, das ei­gent­lich für Puls­wär­mer be­stimmt ist. Ysol­da hat­te ex­tra für das Fest ein biss­chen Wol­le ge­färbt. Au­ßer­dem gab es bei ihr sehr vie­le in­ter­es­san­te Bü­cher.

Gleich ge­gen­über war der Stand von „Bey­ond Me­a­su­re“. Mit so ei­nem höl­zer­nen Na­del­kis­sen hat­te ich schon lan­ge ge­lieb­äu­gelt und so hüpf­te es zu mei­ner Wol­le. Ich ha­be es am Wo­chen­en­de auch gleich mal aus­pro­biert. Weil ich näm­lich sehr un­ent­schlos­sen vor mei­nen neu­en Woll­schät­zen saß und das Ge­wis­sen im­mer rief, dass ich das an­ge­fan­ge­ne erst­mal fer­tig ma­chen soll­te, ha­be ich ein­fach ein biss­chen ge­näht.

Nun muss­te ich noch den Stand von J. C. Ren­nie & Co. su­chen. Mei­ne Toch­ter hat­te mir et­was von der schö­nen Uni­que Shet­land mit­ge­bracht und ich woll­te noch zwei Knäu­el, da­mit es für ei­nen Pull­over reicht. Die zwei Frau­en muss­ten ei­ne Wei­le gra­ben, bis sie die rich­ti­ge Tü­te ge­fun­den hat­ten. Die Freu­de dar­über war groß. Und es ist so­gar die glei­che Par­ti­en­um­mer!

Nun ging es aber zum Stand von Ka­te Da­vies! Ich war ja ein biss­chen auf­ge­regt, aber Ka­te war von mei­ner Pull­over­ver­si­on sehr be­geis­tert. Be­son­ders mei­ne Raglan­li­nie hat ihr sehr gut ge­fal­len. Ich ha­be ihr auch mein ers­tes Qua­drat für die Birlinn-Decke ge­zeigt. Das hat­te sie so­gar schon bei ra­vel­ry an­ge­se­hen. Tom hat dann noch ein Fo­to mit Ka­te für mich ge­macht. In Vor­schau auf die wei­te­re Rei­se ha­be ich noch ei­ne Strang ih­rer Wol­le in der Far­be Is­lay mit­ge­nom­men. Den zei­ge ich dann bei den In­sel­fots mit.

Ka­te trägt den Pull­over „Port Char­lot­te“ aus der „In­spi­red by Islay“-Kollektion (der könn­te mir auch ge­fal­len, nur nicht in weiß), Tom die Wes­te „Car­raig Fha­da“.

So wa­ren die ers­ten zwei Stun­den wie im Flu­ge ver­gan­gen. Nun ha­be ich mich in al­ler Ru­he vom Strom der Gäs­te trei­ben las­sen. Die Stän­de wa­ren sehr an­spre­chend de­ko­riert. Über­all wa­ren Mus­ter und Mo­del­le zu be­wun­dern.

Ja­mie­son hat­te Tü­ten nach Fo­to­mo­ti­ven ge­packt. Das hat mir be­son­ders gut ge­fal­len.

Auch die­se bun­ten Hä­kel­de­cken lie­ßen mein Herz hö­her schla­gen. (No­tiz für mich: Ich ha­be noch ei­ne an­ge­fan­ge­ne Blüm­chen­de­cke!)

Bei Lu­cy Ha­gue ha­be ich die wun­der­ba­ren kel­ti­schen Mus­ter be­staunt und dann ei­ne An­lei­tung mit­ge­nom­men.

Ne­ben vie­ler bun­ter Wol­le gab es na­tür­lich auch die na­tur­be­las­se­ne von den ver­schie­de­nen Schaf­ras­sen, ne­ben Strick- und Hä­kel­mo­del­len Ge­näh­tes aus Wollt­weed, Ge­web­tes und Ge­filz­tes.

Be­son­ders oft wa­ren Jac­quard­stri­cke­rei­en zu se­hen, ei­nesrseits weil die Tech­nik ja in Schott­land zu hau­se ist und an­de­rer­seits, weil sich al­le mit ih­ren schöns­ten Mo­del­len schmü­cken woll­ten. Rechts oben ist das neue Tuch von Ma­ri­on Bu­lin zu­se­hen, hier ge­strickt und ge­tra­gen von Woll­weg. Ma­ri­on selbst trug aber die­se Tuch. Das ist doch ei­ne ge­nia­le Idee, oder? Die An­lei­tung da­zu soll auch in Kür­ze er­schei­nen. Ich den­ke, dass muss ich mal pro­bie­ren …

Der Pull­over un­ten links steht auch schon auf mei­ner Lis­te. Es ist Tel­ja von Jen­ni­fer Stein­gass, hier ge­strickt und ge­tra­gen von Ku­ni­bert.

Be­vor ich dann zum Knopf­kurs bei Ta­nia Ja­ne von TJ Frog ge­gan­gen bin, ha­be ich noch zwei Strän­ge pas­send zu mei­nem Tosh Me­ri­no light in de­ep ge­kauft. Bei­de ha­ben die glei­che Garn­ba­sis. Das Ge­spren­kel­te ist von ein La Bi­en Ai­mée die Far­be So­su, das an­de­re von Ripp­les Crafts die Far­be A Sli­ce of Li­me. Da­mit möch­te ich mal mehr­far­bi­ges Pa­tent stri­cken.
Der Knopf­kurs war dann ein schö­ner Ab­schluss des Woll­markt­be­su­ches. Es ist gar nicht schwie­rig, so ei­nen ein­fa­chen Zwirn­knopf her­zu­stel­len. Aber in­zwi­schen ha­be ich schon ge­se­hen, dass man auch rich­ti­ge Kunst­stü­cke dar­aus ma­chen kann. Noch et­was, was ich mal pro­bie­ren will …

Es war wirk­lich ein sehr schö­ner Wollfest-Tag! Ich wur­de sehr oft we­gen mei­nes Pull­overs an­ge­spro­chen und ha­be vie­le lo­ben­de Wor­te ge­hört. Das hat mir auch rich­tig gut ge­tan. Zu hau­se pas­siert mir das kaum. Meis­tens sind die Leu­te erst dann er­staunt, wenn ich sa­ge „selbst­ge­strickt“. Da­mit rech­net hier ein­fach nie­mand.

Am Abend wa­ren wir ja dann noch zum Ceilidh-Tanzabend. Da­bei wer­den tra­di­tio­nel­le Ge­mein­schafts­tän­ze ab­sol­viert, die al­le ih­re ei­ge­nen Be­we­gungs­ab­läu­fe ha­ben. Wir ha­ben auch ei­ni­ge Ma­le ver­sucht, mit zu tan­zen. Das war sehr lus­tig! Es ist gar nicht so ein­fach, sich die Be­we­gungs­ab­fol­ge zu mer­ken ;).


Kommentare

Edinburgh Yarn Festival — 1 Kommentar

  1. Lie­be Ant­je, ich bin ge­ra­de mit Dir am 2. Tag dei­ner Rei­se un­ter­wegs und kann nur sagen-es sieht al­les ge­ni­al aus. Das Ge­wu­sel, die vie­le schö­ne Wol­le, tol­le Mo­del­le und Mus­ter und na­tür­lich dein Pull­over in die­ser Um­ge­bung. Die Knöp­fe se­hen sehr in­ter­es­sant aus. Ha­be so et­was schon mal in ei­ner Zeit­schrift ge­se­hen. Ich freue mich je­den­falls schon auf Tag 3 und au­ßer­dem dass Du wohl­be­hal­ten und voll­be­packt wie­der zu Hau­se ge­lan­det bist. Nun kön­nen die Pro­jek­te star­ten. Gu­tes Ge­lin­gen und lie­be Grü­ße von Ines

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