Ein Mystery-Tuch

Das Tuchmuster „Not seen befo­re" war Bestandteil einer Serie von acht Anleitungen unter dem Titel Sight is Life". Alle Erlöse aus dem Verkauf die­ser Anleitungen wer­den der Arbeit eines augen­ärzt­li­chen Zentrums im Kongo zu Gute kom­men. Der Arzt reist auch in fer­ner gele­ge­ne Gebiete, um dort Patienten zu behan­deln. Hier sind davon beein­dru­cken­de Bilder zu sehen.

Ich war ein biss­chen neu­gie­rig, weil das Mysterytuch von sie­ben Designern gemein­sam gestal­tet wur­de. Der ers­te Teil sah viel­ver­spre­chend aus. Ich hat­te eine gan­ze Tüte Wolle Jamieson & Smith 2 Ply Jumper Weight in blau­en, wei­ßen und grau­en Tönen. Die woll­te ich dafür ver­wen­den.

Gesamtdesign, Koordination und Teil 1 des Tuches kom­men von Kristina Vilimaite. Sie stammt ursprüng­lich aus Litauen und lebt jetzt in Ungarn. Sie ent­wirft groß­ar­ti­ge Lace-Muster. Ihr Augen-Muster fand ich so toll, dass ich gleich noch einen Schal damit begon­nen habe.

Teil 2 war eine Herausforderung. Monika Sirnas  Beitrag war ein Shetland-Lace-Muster. Dabei wer­den in Hin- und Rückreihen Mustermaschen gestrickt. Es gibt in den Rückreihen kei­ne lin­ken Maschen, sodass das Muster beim Stricken kaum zu erken­nen ist. Ich neh­me an, soet­was stri­cke ich nie wie­der.

Teil 3 war ein gra­fi­sches Muster von Lee Meredith aus Portland. Von ihr hat­te ich schon einen Loop gestrickt und ich wuss­te, dass etwas Verrücktes zu erwar­ten war. Mit dem ver­schwom­me­nen Lacemuster will sie das Thema des Schals auf­grei­fen, zei­gen wie schwer es sein kann, kla­re Linien zu foku­sie­ren.

An die­ser Stelle wur­de mei­ne Strickerei durch die Reise nach Schottland unter­bro­chen. Ehrlich gesagt, fand ich das Gesamtdesign mit dem Wechsel von gemus­ter­ten Rechtecken und krau­sen Dreiecken etwas lang­wei­lig. Letztendlich habe ich mich für Weiterstricken ent­schie­den. Ich habe aber Teil 4 und 5 getauscht, damit das Kreis-Muster in die Mitte des Tuches kommt.

Ambah O'Brien hat sich für ihr Motiv von der Iris inspi­rie­ren las­sen. Solche Motive sind eigent­lich gar kein Markenzeichen der aus­tra­li­schen Designerin. Mir gefal­len ihre mehr­far­bi­gen Schals und Tücher mit den gra­fi­schen Mustern sehr gut. Davon muss ich auch unbe­dingt mal eins stri­cken.

Hanna Maciejewska aus Polen hat sich für ein klei­nes Diamantmotiv ent­schie­den, wel­ches die Augen-Silhouette dar­stel­len soll. Im Original ist der Mittelteil des Rechteckes glatt rechts gestrickt. Das gefiel mir aber gar nicht, des­halb habe ich alles im Muster gear­bei­tet.
Von Hanna steht die­ser Pullover auf mei­ner Strickwunschliste. Sie schreibt, dass sie ihre Kleidungsstücke so naht­los wie mög­lich kon­stru­iert, damit sie schnell das nächs­te Projekt begin­nen kann.

Mit Teil 6 von Josh Ryks bringt ein biss­chen Abwechslung in das Ganze, gefällt mir aber trotz­dem über­haupt nicht. Die Streifen und Noppen ste­hen für die unter­schiedlci­he Lichtempfindlichkeit der Netzhaut.
Joshs Designs far­ben­froh und sehr gra­fisch. Sie sind mir bei Ravelry schon oft auf­ge­fal­len, gestrickt habe ich davon aber noch nichts.

Der letz­te Teil war dann ein klei­nes Lace-Muster von Helen Stewart. Damit möch­te sie die Funken der Freude in den Augen der Menschen zei­gen, die nach ihrer Behandlung über­haupt oder wie­der bes­ser sehen kön­nen.
Helen liebt klei­ne, ein­fach zu stri­cken­de Muster und setzt sie, fin­de ich, sehr effekt­voll ein. Ihr Mystery-Muster erin­nert mich auch ein biss­chen an Schmetterlinge. Vielleicht ver­wen­de ich das mal für ein ande­res Projekt.

Und das ist nun das gesam­te Tuch - ein Leichtgewicht, wel­ches trotz­dem gut wärmt. Es ist unge­fähr 50 cm breit und 150 cm lang (gestrickt mit Nadel Nr. 3,25). Durch die halb­run­de Form lässt es sich gut um die Schultern legen.

Meine Wolltüte ist um 225 g Wolle leich­ter gewor­den, aber trotz­dem nicht leer. Aus dem Rest ent­steht gera­de noch ein sehr inter­es­san­tes Projekt.


Kommentare

Ein Mystery-Tuch — 1 Kommentar

  1. Das ist wie­der so ein typisch Antje Projekt. Es ist "ein­fach" geni­al in Farb- und Musterauswahl.
    Vielen Dank für die wun­der­schö­nen Bilder.
    Liebe Grüße von Ines

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