Leinen ver­strickt

Bisher hat­te ich noch kein rei­nes Leinengarn ver­strickt. Für Sommergarderobe hat es mich aber schon mal gereizt, zumal ich mich mit rei­ner Baumwolle nie so rich­tig anfreun­den konn­te. Im Lieblingswolleladen gab es nun „Linodoro" - ein Garn, dass zu 15% aus Leinen und zu 85% aus Relinen besteht. Relinen - was ist das? Ökologisch recy­cled Leinen steht auf der Firmenwebsite. Das macht mich aber auch noch nicht schlau­er. Bei Manufactum fin­de ich schließ­lich ein ähn­li­ches Garn. Relinen ist dem­nach eine Viskosefaser aus Leinenresten, die beim Weben und Zuschneiden ent­ste­hen. Ehrlich gesagt, ein biss­chen skep­tisch ste­he ich sol­chen Recyclingsachen immer gegen­über, aber eine Maschenprobe hat mir gut gefal­len und ich habe es aus­pro­biert.

Sommerjäckchen aus 250 g Linodoro von Schulana (85% Relinen, 15% Leinen - 140 m/50 g - Farbe 2) - gestrickt mit Nadel Nr. 3

Leinen zu ver­stri­cken, ist nicht ganz so ein­fach, weil sich das Garn nach der ers­ten Wäsche sehr ver­än­dert. Durch den hohen Recyclinganteil ist das Maschenbild zwar von Anfang an schön, aber dich­ter wir es erst nach der Wäsche. Deshalb war ich für die auf der Banderole ange­ge­be­ne Nadelstärke 3,5 bis 4 auch zu fei­ge. Mit der 3 ist ein sehr gleich­mä­ßi­ges, blick­dich­tes Gestrick ent­stan­den. Das gefällt mir sehr gut. Meistens sind ja die Leinenstricksachen sehr durch­sich­tig.
Das Garn ist sehr glatt. Ich habe das Industrie-Knäuel mit der Hand zu einem Ball gewi­ckelt, weil immer­wie­der zuviel Garn vom Knäuel rutsch­te und Fitz ent­stand.
Durch den hohen Viskoseanteil ist es sehr geschmei­dig. Es ver­strickt sich wie Baumwolle, spal­tet sich aber oft, sodass man immer ganz genau auf­pas­sen muss, damit man alle Fäden erwischt.

Das klei­ne Muster habe ich im neu­en Laine-Magazin bei dem Pullover Sibeal von Isabell Kraemer gefun­den.
Ansonsten habe ich einen klas­si­schen Raglan von oben gestrickt, begon­nen mit pro­vi­so­ri­schem Anschlag und ver­kürz­ten Reihen am Vorderteil.
Die bei­den Vorderteilkanten sind gleich als Kordelrand gestrickt. Die unte­ren Kanten habe ich mit die­sen 3 Kordelmaschen abge­ket­tet und zuletzt auch den pro­vi­so­ri­schen Anschlag so auf­ge­löst. Diese Variante gefällt mir sehr gut. Für die klei­ne Jacke habe ich nur einen ein­zel­nen Knopf als Verschluss genom­men, aber ich den­ke, dass man unter die Kordel auch gut einen Reißverschluss nähen könn­te.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.