Sizilien - Stadtansichten

Die gro­ßen, bekann­ten Orte wie Palermo, Catania oder Taormina stan­den nicht auf unse­rem Reiseplan. Aber unser Reiseführer pries auch die klei­ne­ren Städte voll­mun­dig an - zum Beispiel Noto als die schöns­te Barockstadt Siziliens.
Entlang einer Fußgängerzone mit Touristenkramläden und Straßencafés konn­te man eini­ge Palazzos und Kirchen betrach­ten, für stol­ze Eintrittspreise auch mal ein, zwei Räume besich­ti­gen. Am inter­es­san­tes­ten waren noch die­se Balkonkonsolen, die Gassen rechts und links eher trist und trost­los.

In Siracus lag die Altstadt auf einer klei­nen vor­ge­la­ger­ten Insel. Auf den ers­ten Blick sah es dort fast vene­zia­nisch aus.

Aber dann war es wie­der das Gleiche: eine gro­ße Straße für die Touristen und rechts und links Gassen mit nur wenig Charme und Flair.

Tische und Stühle lie­ßen erah­nen, dass die Stadtmitte gleich wie­der erreicht war.

Im Gegensatz zu die­sen Städten an der Ostküste erwar­te­te man wohl an der Südküste gar kaum Touristen.
Der Reiseführer beschrieb Agrigento als male­risch und reiz­voll.

Wir sind einem extra aus­ge­schil­der­ten Pfad gefolgt, aber Spaß hat der Stadtspaziergang eigent­lich nicht gemacht.

Einmal woll­ten wir in dem Bergdorf mit dem wohl­klin­gen­den Namen Caltabellalotta zu Abend essen, aber das ein­zi­ge Ristorante hat­te die Saison schon been­det.

Der wohl unchar­man­tes­te Ort war jedoch die Feriensiedlung süd­lich von Ribera, in der wir die zwei­te Hälfte unse­res Urlaubs ver­bracht haben. Am Tag unse­rer Ankunft wäre ich am liebs­ten gleich wie­der weg­ge­fah­ren.

Von unse­rem Haus habe ich gar kein Foto gemacht, nur mal von der Terrasse aus geknipst: rechts eine der vie­len halb­ver­trock­ne­ten Bougainvilleas, unten der „Vorgarten" des Hauses und links das Nachbargrundstück. Ich dach­te ja, es sei noch im Bau, aber es war auch an Urlauber ver­mie­tet.
Zum Glück lag alles direkt an der Strandstraße mit dem immer­wie­der schö­nen Blick aufs Meer.

Sizilien - Spuren der frü­hen Kulturen

Wenn ich jetzt etwas zur Geschichte Siziliens schrei­ben woll­te, müss­te ich mich sehr auf´s Glatteis bege­ben oder Wikipedia und den Reiseführer zitie­ren. Deshalb bleibt es bei ein paar Fotos von anti­ken Bauwerken.

Bei unse­ren Wanderungen rund um Noto haben wir immer­wie­der Nekroploen - Totenstädte mit vie­len in die Felswand gehaue­nen Grabkammern - gese­hen. Sie sol­len um 1300 v.Ch. ent­stan­den sein.

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Ein Ausflug führ­te uns in den archäo­lo­gi­schen Park von Syrakus. Das gigan­ti­sche grie­chi­sche Theater war das größ­te Theater der Antike (ca. 300 v.Ch.). Sein Durchmesser ist 140 m und 15000 Zuschauer hat­ten dar­in Platz. Es wird auch heu­te noch genutzt.
Das Foto unten links zeigt das Ohr des Dionysios. Die fast 60 m lan­ge, in den Fels gehaue­ne Höhle hat eine tol­le Akustik. Der Legende nach soll Dionysios dort sei­ne Gefangenen belauscht haben. Tatsächlich wur­den die Höhlen auf­grund ihres feuch­ten Klimas wohl zur Herstellung von Hanfseilen genutzt.

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Das Tal der Tempel bei Agrigento ist in Wirklichkeit eine 2 km lan­ge Hügelkette. Die vier grei­chi­schen Tempel von ca. 500 v.Ch. sind unter­schied­lich gut erhal­ten. Man kann sie aus­schließ­lich von außen besich­ti­gen.

Nur der Concordiatempel ist sehr gut erhal­ten, weil er zwi­schen­zeit­lich als Kirche genutzt und dafür über­dacht wur­de.

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Über die Fundstücke der umfang­rei­chen archäo­lo­gi­schen Ausgrabungen konn­ten wir aus­führ­lich uns im Archäologischen Museum von Lipari infor­mie­ren. Dort war von die­sen gro­ßen Vorratsbehältern bis hin zu klei­nen Schmuckgegenständen grie­chi­sche und römi­sche Handwerkskunst zu bewun­dern.

Sizilien - am Meer

Während wir im Südosten zwi­schen vie­len klei­nen Sandbuchten wäh­len konn­ten, gab es an der Südküste lan­ge, aber teil­wei­se sehr stei­ni­ge Strände. Sie wur­den von stei­len Kalkfelsen gesäumt oder unter­bro­chen. Weit und breit war eigent­lich kein Mensch zu sehen. Nur der Fischhändler kam irgend­wann.

An eini­gen Tage war es so stür­misch, dass an Schwimmen nicht zu den­ken war. Dafür haben wir dann lan­ge Strandwanderungen gemacht. Am Capo Bianco hat es mir so gut gefal­len, dass wir gleich zwei Mal da waren.

In der Felswand haben wir meh­re­re sol­che selt­sa­men Lochreihen ent­deckt. Sind sie das Werk von Tieren oder wur­den die­se Löcher von Menschen gebohrt? Diese Frage konn­ten wir bis­her nicht klä­ren.

Im Sandloch wohnt eine Krabbe. Das Rätsel hat­ten wir schon ein­mal gelöst.

Bei unse­rer ers­ten Wanderung zu dem Felsen, haben wir vie­le schö­ne Muscheln gefun­den. Beim zwei­ten Mal hat­te der Wind eine neue dicke Sandschicht dar­über gezo­gen. Von Muscheln und Steinen war nichts mehr zu sehen.

Die Touristenattraktion „Scala dei Turchi" woll­ten wir eigent­lich aus­las­sen, aber am letz­ten Abend war uns doch ein biss­chen nach roman­ti­schem Abschied von Sizilien.

Mit uns saßen sehr vie­le Menschen auf der „Türkentreppe", um zu sehen, wie die Sonne unter­geht. Es gab sogar drei mit Trillerpfeifen aus­ge­stat­te­te Aufpasser, die jeden zurück­hol­ten, der sich zu nahe an den Abgrund set­zen woll­te.